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Haltung und Fütterung kleiner Heimtiere

Wenn es um die Frage geht, wie wir unsere kleinen Heimtiere halten und füttern sollten, ist es sinnvoll sich zuerst einmal Gedanken darüber zu machen, wo und wie diese Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum leben.
Im Folgenden erhalten Sie einen kurzen Überblick über die wichtigsten Regeln zur Haltung von kleinen Heimtieren. Weite Fragen zu diesen Themen beantworten wir Ihnen gerne telefonisch oder im persönlichen Gespräch.

 

Kaninchen

Unsere dämmerungsaktiven Kaninchen kommen ursprünglich aus den südlichen Gebieten Europas und leben dort als Höhlenbewohner in meist kargen Steppenlandschaften.

Aus diesem Satz kan man schon einiges an Informationen entnehmen.
"Steppenlandschaften" - bedeutet großräumige Gebiete in denen die Kaninchen sich viel bewegen können und zur Nahrungsaufnahme oft große Strecken am Tag zurücklegen, daraus sollte man also schlussfolgern, dass auch unsere in der Wohnung oder im Garten gehaltene Kaninchen viel Auslauf brauchen.

"karge" Steppenlandschaften - bedeutet, dass Kaninchen in ihrem natürlichen Lebensraum nur in einem begrenzten Zeitfenster des Jahres fette Gräser und nur sehr selten Obst, Gemüse oder gar Getreide vorfinden. Sie ernähren sich überwiegend von trockenen, teils verdorrten Gräsern und Kräutern und von Wurzeln und Baumrinden.
Der Speiseplan unserer Kaninchen sollte daher zusammengesetzt sein aus 70-80% frischem Heu, 20-25% frische, gut strukturierte Kräuter wie z.B. Löwenzahn und Gemüse wie Möhren, Sellerie, Fenchel, Paprika, Petersilienwurzeln und Gurken, evtl. bitterstoffhaltiger Salate wie Radiccio oder Chicoree. Nur ca. 5% der Ration sollten aus Obst (z.B. Apfel, Banane, Birne) und getreidefreiem Trockenfutter bestehen.
Generell darf fast alles was in unseren Gärten wächst angeboten werden. Wichtig ist dabei immer, dass man neue Futtermittel zu Anfang immer in kleinsten Mengen untermischt, damit sich Darmflora und Verdauungsvorgänge der Kaninchen daran anpassen können.
Was man nicht füttern sollte: Auberginen, Avocado, Zwiebelgewächse, Rot- und Weißkohl und Steinfrüchte!
Die häufigsten medizinischen Probleme unserer Kaninchen sind Zahnprobleme und Verdauungsstörungen. Am Besten vorbeugen können die Besitzer zum Einen durch Kauf von zahngesunden Kaninchen (Kaninchen von zahngesunden Elterntieren) und zum Anderen durch artgerechte, ernergiearme und sehr rohfaserreiche Ernährung.

"Höhlenbewohner" - bedeutet, dass unsere Kaninchen genau wie seine wilden Verwandten Rückzugsmöglichkeiten brauchen, nicht allein um sich vor Fressfeinden verstecken zu können, sondern auch um sich nachts zurück ziehen zu können und um Nester zur Jungenaufzucht anzulegen. Auch nach Jahrzehnte der Zucht und Heimtierhaltung sind unsere Kaninchen immer noch Fluchttiere, die bei Gefahr instinktiv mit Wegrennen reagieren. Rückzugsmöglichkeiten bieten also Schutz und Sicherheit - nur so können Kaninchen sich entspannen.

"dämmerungsaktiv" - bedeutet, dass unsere Kaninchen in den Morgenstunden und gegen Abend ihre aktivsten Phasen haben. Die Käfige / Gehege (mind. 1mx2m) sollten deshalb nicht unbedingt im Kinderzimmer stehen. Besonders im Sommer, wenn die Kinder schon ins Bett müssen während es draußen noch hell ist, kann es zu Problmen kommen.

Kaninchen leben in Kolonien mit getrennten Rangordnungen für Rammler (=männl. Kaninchen) und Häsinnen. Gerade die Haltund auf engem Raum kann zu Problemen führen.
Erfahrungsgemäß gibt es deutlich weniger Rangordnungsprobleme und Aggressionsverhalten je größer und strukturierter die Gehege sind.
In der Käfighaltung von Kaninchenpaaren gibt es am wenigsten Probleme wenn ein kastrierter Rammler und eine Häsin zusammengehalten werden.
Findet die Vergesellschaftung bereits bei sehr jungen Tieren statt, ist auch die Haltung von 2 früh-kastreirten Rammlern oder 2 früh-kastrierten Häsinnen meist gut möglich.
Da es sich bei Kaninchen um soziale Tiere handelt, die auch in der Natur in Kolonien leben, sollten sie trotz aller Schweirigkeiten in der Gruppenbildung dennoch nicht alleine gehalten werden.

Aus medizinischer Sicht ist es empfehlenswert Häsinnen immer im Alter von 4-6 Monaten kastrieren zu lassen, um Gebärmutterveränderungen damit verbundenem Agressionsverhalten vorzubeugen!



 

Meerschweinchen

Unsere überwiegend dämmerungsaktiven Meerschweinchen stammen ursprünglich aus den südamerikanischen Anden. Sie leben in Familienverbänden, bestehend aus einem männlichen und mehreren weiblichen Tieren, in Höhenlagen von 1600-4200m. In festen Revieren bewohnen sie natürlich gegebene Erdspalten und Höhlen.

Ähnlich wie im Abschitt "Kaninchen" läst diese kurze Beschreibung auf fast alle Anforderungen an eine artgerechte Haltung schließen
"Höhenlagen" bedeutet, dass Meerschweinchen in ihrer ursprünglichen Heimat ein ähnlich rohfaserreiches Nahrungsspektrum vorfinden wie unsere europäischen Kaninchen. Sie ernähren sich fast ausschließlich von Gräsern, Kräutern, Wurzeln und Rinden und fressen darüber hinaus gelegentlich auch Obst und Gemüse. Der optimale Speiseplan orientiert sich an dem der Kaninchen (s.o.). Ein wichtiger Unterschied ist lediglich der hohe tägliche Bedarf unserer Meerschweinchen an Vit C, der z.B durch ein paar Stückchen rote Paprika gedeckt werden kann.
Genau wie unsere Kaninchen verbringen auch unsere Meerschweinchen den größten Teil ihrer Aktivitätspahsen mit der Futtersuche und Nahrungsaufnahme und brauchen demnach auch in der Heimtierhaltung viel Bewegung, was bedeutet, dass die Gehegegröße sowohl in der Wohnungs- als auch in der Freilandhaltung entsprechend großzügig sein sollte.

"Familienverbände" Meerschweinchen sind soziale Tiere und sollten daher immer mindestens zu zweit gehalten werden. In natürlichen Familienverbänden leben mehrere Meerschweinchen-Weibchen mit einem Bock zusammen. Beid er Bildung von Gruppen sollte man sich an diesen Vorgaben orientieren. In größeren Gruppen ist auch eine Haltung von weiblichen und mehreren männlichen Tieren möglich, sofern die Böcke früh kastriert wurden. Eine Haltung von zwei oder mehreren unkastreierten Böcken ist erfahrungsgemäß möglich, wenn sich in der Umgebung keine weiblichen Meerschweinchen befinden.

"Erdspalten und Höhlen" Eine artgerechte Haltung muss demnach verschiedene Rückzugsmöglichkeiten bereithalten. Nur in dem Bewußtsein des "Flüchten können" fühlen sich unsere Meerschweinchen wirklich wohl.

"dämmerungsaktiv" Die Haltung von Meerschweinchen in Kinderzimmern sollte sorgfältig durchdacht werden, da die Aktivitätsphasen von Kindern und Meerschweinchen selten identisch sind.